Amt für Betrieb Nationalstrassen
icon afbn scroll top initial icon afbn scroll top end
nach oben
Gotthard

Der Gotthard ist das Herzstück der Schweizer Nationalstrasse A2 von Basel nach Chiasso und die kürzeste europäische Autobahnverbindung zwischen Hamburg und Sizilien.

Ico Tunnel

Strassentunnel

Sicherheit

Der Gotthard-Strassentunnel ist nur zweispurig und wird im Gegenverkehr befahren. Verkehrstechnische Anlagen helfen mit, den Verkehrsfluss nach Möglichkeit zu gewährleisten und erlauben ein sofortiges Eingreifen der Hilfsorgane.

Der Tunnelfahrraum wird mittels Kameras ständig überwacht. Der Empfang von UKW-Programmen von Radio SRF, Rete Uno und Radio Central ist auf den im Tunnel angezeigten Frequenzen sichergestellt. Die Programme werden im Notfall durch die Polizei unterbrochen und wichtige Mitteilungen direkt aus der Kommandozentrale an die Fahrzeuglenkerinnen und -lenker ausgestrahlt. Alle 20 Minuten wird eine Durchsage via Radiofrequenz mit den wichtigsten Verhaltensinformationen eingespielt, sodass alle sich im Tunnel befindenden Verkehrsteilnehmenden diese zumindest einmal erhalten.

Lage und Bedeutung

Die Gotthard-Passage als Verbindung zwischen Nord und Süd

Italien und Nordwesteuropa sind bedeutende Wirtschafts- und Siedlungsräume in Europa. Im Süden ist Italien das führende Industrie- und Landwirtschaftsland des Mittelmeergebiets. Im Nordwesten nehmen die Industrieländer Deutschland, Frankreich, England, Skandinavien und die Benelux-Staaten eine zentrale Rolle ein.

Zwischen diesen beiden grossen Wirtschaftsräumen gibt es einen regen Austausch an Rohstoffen, Industrieprodukten, Nahrungsmitteln und vielem mehr. Jahr für Jahr suchen aber auch Millionen von Menschen aus dem Norden im Süden Ruhe und Erholung.

Aus Wirtschaft und Tourismus entsteht so ein starker Verkehrsstrom zwischen Nord und Süd. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Schweiz als Transitland zwischen den beiden Zentren und speziell der Gotthard als kürzeste Nord-Süd-Verbindung im europäischen Alpenbogen.

Der 16.9 km lange Strassentunnel verläuft parallel zum bereits 1882 eröffneten Gotthard-Eisenbahntunnel.

Der Gotthard-Strassentunnel unterquert auf 1'100 m ü. M. das Gotthard-Massiv mit dem Monte Prosa (2'680 m ü. M). Die vier oberirdischen Lüftungsbauwerke folgen der Linienführung der Passtrasse (Passhöhe 2'108.50 m ü. M).

mehr auf gotthard-strassentunnel.ch

Linienführung

Der Gotthard-Strassentunnel beschreibt gegenüber der geraden Verbindungslinie Airolo–Göschenen einen deutlichen Bogen nach Westen aus folgenden Gründen:

Da für die Belüftung des Tunnels Schächte nötig sind, erwies es sich als wirtschaftlich vorteilhaft, die Tunnelachse annähernd an die Talfurche der Gotthardreuss zu legen, und sie somit gegen Westen auszulenken. Es lohnte sich, einen etwas längeren Tunnel zu erstellen, dafür aber kürzere und von der bestehenden Gotthard-Passstrasse aus zugängliche Schächte zu erhalten. Ausserdem hatte man durch Bohrungen und seismische Messungen festgestellt, dass unter dem Talboden von Andermatt das Felsbett ein übertiefes Becken bildet, das ungefähr bis auf das Niveau des bestehenden Bahntunnels hinunterreicht.

Durch die Verlegung der Tunnelachse nach Westen konnte die in Richtung Hospental ansteigende Sohle des Urserenkolkes mit Sicherheit unterfahren werden und man traf längs der Tunnelachse bessere Felsverhältnisse an. Zusätzlich ergaben sich durch die Auslenkung nach Westen leichte Kurven, was zusammen mit zwei Gefällsbrüchen eine willkommene Durchbrechung der Monotonie der langen Tunneldurchfahrt bringt.

Das Längenprofil der Gebirgsüberdeckung ist nicht symmetrisch. Der Gotthardpass mit der grössten Überdeckung liegt im südlichen Abschnitt. Im Norden hingegen ist die Überdeckung über eine längere Strecke zwischen Göschenen und Hospental geringer. Damit ergaben sich unterschiedliche Längen für die Lüftungsabschnitte.